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Warum es immer Außenseiter geben wird...
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Rezension bezieht sich auf: Etablierte und Außenseiter (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch) Jeder kennt die Situation; man stösst zu einer Gruppe von Menschen und nach einiger Zeit entscheidet sich, wer in diesem Geflecht akzeptiert wird und wer nicht. Scheinbar willkürlich und unverständlich für die Betroffenen vollzieht sich dieser Prozeß. In diesem Buch von Norbert Elias, meiner Meinung nach der beste Menschenwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, geht er explizit auf eine Kleinstadt in England ein, wo sich die Alteingesessenen dem Zustrom neuer Einwohner aus London gegenüber sehen. Der Name der Stadt wurde nicht nur deswegen verändert, um die Privatsphere der betroffenen Menschen zu schützen, sondern auch um zu demonstrieren, dass dieses auch in anderen Städten in anderen Zivilisationen, sowohl in kleineren als auch größeren Menschenfigurationen (wie z.B. Vereinen oder auch Ländern) Usus ist. Das Problem liegt darin begründet, dass wir heutzutage leider viel zu wenig Einsicht in die Zwänge haben, die wir gegenseitig auf uns ausüben und Menschen letztlich ständig bestrebt sind, ihr Machtpotential zu erhöhen. Die Neuankömmlinge werden schnell zu krassen Außenseitern abgestempelt, weil sie sich nicht den Gepflogenheiten anpassen, die die Alteingesessenen von ihnen erwarten, von denen sie allerdings unglücklicher Weise kaum bis garkeine Kenntnis haben. Sie fühlen sich zu Unrecht ausgestossen und reagieren deswegen noch extremer, was den Teufelskreis (Doppelbinder) weiter verstärkt. Gewiss sind einige gemässigter als andere, aber Eliten obliegt es, den Machtschwächeren das Stigma zu geben, welches ihnen beliebt und das ist meist das negativste Etiquette - welchem die Stigmatisierten früher oder später mehr oder weniger gerecht werden! Es liegt in der Natur des Menschen, dass sie sich immer von anderen abgrenzen müssen, um ihre eigene Position zu erhöhen. Wer sich starken Zwängen unterwirft, dem wird auch die Anerkennung der Gruppe zuteil, wer dieses nicht tut, wird schnell zum Außenseiter abgestempelt. Ein wirklich gutes Buch für die jenigen, die verstehen wollen, warum es in unserer Gesellschaft soviele Außenseiter gibt. Einen Stern nehm ich dem Buch trotzdem weg, weil Elias eben keine leichte Kost ist und intensives Einlesen und Reflektion nötig ist.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 28. Juni 2003 |