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| Coco von Colbie Caillat
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| Rezensionen: | | Colbie Caillat (ausgesprochen "Cah-lay") ist ein Wunderkind des Myspace: sie kam aus dem virtuellen Nichts, um gleich nach ganz oben durchzustarten. Dabei war sie nichts weiter als eine junge Dame, die sich und ihre Folk-Songs auf der Gitarre begleitete. Vielleicht war es ja gerade ihre Natürlichkeit, die eine Vielzahl von Menschen bezauberte und dazu animierte, ihren Traum -nämlich es auch ohne Talentshows zu etwas zu bringen zu können- mitzuträumen. Sie taten es, indem sie Colbie Caillats Song ?Bubbly? innerhalb von vier Monaten mehr als Elf Millionen Mal anklickten. So etwas wie ein Star war geboren, und zwar ganz ohne Werbung oder Plattenvertrag. Den hat sie mittlerweile in der Tasche und ihre Fans auch: Ihr neues AlbumCocostieg wenige Stunden nach Erscheinen in den USA auf Schwindel erregende Höhen der Charts.
Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Immerhin war Colbies Vater Ken Caillat einer der Produzenten von Fleetwood Macs musikalischem MeilensteinRumours. Auch wenn er im Falle vonCoconicht als solcher verantwortlich zeichnete, dürfte allein die souveräne Ausstrahlung seiner Anwesenheit ähnlich gewirkt haben, wie die eines erfahrenen Flugkapitäns auf den jüngeren Co-Piloten, bei seinem ersten unter Aufsicht absolvierten Landeanflug. Schon jetzt steht fest, dass Colbie Caillat mitCocoalles andere als eine Bruchlandung hingelegt hat. Ihre Musik vermittelt ein Höchstmaß an Entspanntheit und darf damit neben der von Jack Johnson als besonders empfehlenswert für Kandidaten mit Flugangst oder Panik beim Besuch einer zahnchirurgischen Praxis gelten. Kein einziger düsterer Ton findet sich darin, keine Abgründigkeit und auch kein Zweifel daran, dass sich daran jemals etwas ändern könnte. Ihre Stimme und Ausstrahlung wird schon jetzt mit der einer Norah Jones, Eva Cassidy oder Sheryl Crow verglichen. Man mag einwenden, dass es ihr dazu vielleicht noch ein wenig an Differenziertheit auf der Klaviatur von Gefühlen wie Sehnsucht und Schmerz fehlt, aber schließlich ist Colbie gerade erst 21! Ihre Stücke kreisen vielmehr noch um das Anfangsstadium von Liebesabenteuern (?Bubbly?) und darum wie es sich anfühlt, ?den Richtigen? zu finden (?Tailor Made?), mit dem Ratschlag, sich bis dahin nicht allzu sehr den Kopf zu zerbrechen. Weil das bittere Ende noch keinen Eingang in dieses Paradies gefunden hat, sind auch die musikalischen Arrangements rettungslos optimistisch. Colbie Caillats akkustische Gitarre atmet die Besinnlichkeit abendlicher Lagerfeuer am Strand, und auch die anderen Musiker an Bass, Drums und zuweilen Keyboard tun ihr Möglichstes, um die perfekte Harmonie nicht zu stören. AufCocobefinden sich zwölf Songs, die gute Laune machen. Das eigentliche Phänomen aber ist, dass wirklich keiner der Songs dazu komponiert scheint, um sich in punkto Melodie oder Text spektakulär hervorzutun. Sie strahlen allesamt so hell, wie die schönsten Stunden am Firmament eines wolkenlosen Sonnentages, den man ja auch eher in seiner Gesamtheit begrüßt, anstatt die Frage zu stellen, welche Stunde davon nun die allerschönste war.--Andreas Schultz
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